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15.07.2019 SVI: Traumberuf Verpackungsspezialist/in mit Managementfunktion

"Für Technik habe ich mich schon immer interessiert", sagt Rebecca Schröder, Stellvertretende Leiterin Verpackungsentwicklung der MIFA AG in Frenkendorf. Die 38-Jährige kam als gelernte Chemikantin bei ihrem Arbeitgeber zwar eher zufällig in die Verpackungsentwicklung für Konsumgüterverpackungen für Wasch- und Reinigungsmittel, doch gefiel es ihr so gut, dass sie sich dazu entschloss, tiefer in die Verpackungsentwicklung einzusteigen und sich weiterzubilden. Diese Anstrengung hat sich gelohnt: In diesem Frühjahr haben Rebecca Schröder und ihr Chef Rainer Rohr mit ihrem Team den Swiss Packaging Award in der Kategorie Nachhaltigkeit gewonnen.

Ganzheitliches Denken wird zunehmend wichtiger
"Als Packaging Managerin steht man mit allen Abteilungen des Unternehmens in Kontakt", berichtet Rebecca Schröder, deshalb habe ihr die generalistische Ausbildung im Lehrgang zum Packaging Manager auch sehr genützt. Hier werden neben vertieftem Verpackungswissen auch betriebswirtschaftliche und rechtliche Kenntnisse vermittelt. Marketing und Kommunikation stehen ebenso auf dem Programm wie Fragen der Nachhaltigkeit. Wobei gerade der letzte Punkt in den vergangenen Jahren und aktuell ganz erheblich durch die Kunststoffstrategie der Europäischen Union an Wichtigkeit zugenommen hat. So kam auch die Idee für die "Bottle to Bottle Swiss Recycling" zustande, eine Kunststoffflasche, die zu 100% aus PE-Rezyklat hergestellt wird und – das ist bislang einzigartig – in einem geschlossenen Kreislauf, an dem ausschliesslich Schweizer Firmen beteiligt sind, wieder gesammelt und erneut recycelt werden kann. Mit ihrer Entwicklung konnten Rebecca Schröder und ihr Team in diesem Frühjahr die Jury des Swiss Packaging Awards überzeugen und so das einmalig verliehene goldene Ei, das es zum 50. Jubiläum gab, mit nach Hause nehmen.

Die Swiss Packaging Award-Gewinnerin sieht im Faktor Nachhaltigkeit grosses Potenzial für die Verpackungswirtschaft und arbeitet selbst in einer Arbeitsgruppe von Swiss Recycling mit. Voraussetzung für den Wiedereinsatz von Kunststoffprodukten sei allerdings, dass die Konsumenten die (aktuell noch) graue Farbe der Recyclingprodukte akzeptieren oder bereit sind, etwas höhere Preise für aufwendigere, aber rezyklierbare Verpackungslösungen zu bezahlen. "Graue Recyclingflaschen müssen für die Verbraucher so selbstverständlich werden wie das graue Umweltpapier in den 90er-Jahren", erklärt die Verpackungsentwicklerin. Die Voraussetzungen dafür sind ihrer Meinung nach sehr gut, das Bewusstsein sei da, nun komme es auf die gezielte Ansprache der Käufer an.

"Coole Zeit mit enormem Input"
Über den Tellerrand zu blicken und neben der Verpackungsentwicklung auch gleich Nachhaltigkeits-, Wirtschaftlichkeits- und Marketingaspekte zu berücksichtigen, hat Rebecca Schröder im Lehrgang Packaging Manager/in mit eidgenössischem Diplom gelernt. Rückblickend sei es zwar eine sehr anstrengende, aber auch coole Zeit gewesen, in der sie sehr viel Input bekommen habe, erzählt die junge Mutter. Trotz intensiver Einarbeitung und praktischen Erfahrungen fehle einem ohne entsprechende Aus- und Weiterbildung das theoretische Fundament, berichtet die Deutsche: "Theorie und Praxis gehen Hand in Hand". Deshalb besuchte sie beim Schweizerischen Verpackungsinstitut SVI zunächst das 8-tägige Grundlagenseminar Verpackung und bereitete sich dann von 2009 bis 2011 im Lehrgang Packaging Manager/in auf das eidgenössische Diplom vor, das sie erfolgreich bestand.

Da der Lehrgang berufsbegleitend angeboten wird, blieb sie voll berufstätig und fuhr freitags und samstags nach Zürich, um die Schulbank zu drücken. Die MIFA AG unterstützte sie dabei und rechnete den Freitag als Arbeitszeit an. Auch finanziell half ihr Arbeitgeber mit, was eine enorme Entlastung bedeutete, denn eine Förderung des Bundes, wie sie seit Anfang 2018 besteht, gab es damals noch nicht. Im Laufe des Lehrgangs habe sich eine tolle Gemeinschaft mit den anderen Kursteilnehmern sowie den Dozenten des Lehrgangs entwickelt. Vor allem der Blick über den Tellerrand und der Einblick in ganz neue Fachgebiete habe ihr gefallen, erzählt Schröder, "man wird zum Generalisten ausgebildet". In der Verpackungsentwicklung hat Rebecca Schröder ihren Traumberuf gefunden, den sie leidenschaftlich gerne macht und in den sie nach ihrem Mutterschaftsurlaub im August auch mit 80 Stellenprozenten zurückkehren wird. "Komplett zuhause bleiben könnte ich nicht, dafür macht mir meine Arbeit einfach zu viel Spass!", sagt sie.

Mit dem Packaging Manager auch auf internationaler Ebene punkten
Gemäss dem Europäischen sowie dem Nationalen Qualifikationsrahmen für Abschlüsse der Berufsbildung des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI), ist der Packaging Manager/in mit eidgenössischem Diplom auf der Stufe 6 von 8 eingestuft worden. Heute erhalten alle Absolventen automatisch den Diplomzusatz, der in deutscher und englischer Sprache die Inhalte und abgelegten Leistungen der Absolventen darlegt. Ältere Absolventen können den Diplomzusatz beim SBFI nachfordern.

Informationen zum Packaging Manager:
Rund zwei Jahre dauert der Lehrgang zum/zur Packaging Manger/in inklusive Diplomarbeit und Prüfungen. In drei jeweils 24 Kurstage umfassenden Modulen werden Führungs- und Verpackungswissen vermittelt und vertieft. Daran schliesst sich die Diplomarbeit an. In einem Prüfungsworkshop folgt die Vorbereitung auf die höhere Fachprüfung, die den Abschluss der Ausbildung bildet. Bisher haben insgesamt rund 130 Absolventen den höheren Berufsabschluss gemacht und in der Verpackungswirtschaft verantwortungsvolle Aufgaben übernommen. Seit Jahresbeginn 2018 übernimmt der Bund bis zu 50% der Ausbildungskosten in der höheren Berufsbildung. Anmeldeschluss für den am 7. September beginnenden Lehrgang ist der 12. August 2019.

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