Verpackungslexikon

Fertigpackung

Fertigpackungen sind Packungen (meist von Lebensmitteln), die in Abwesenheit des Endverbrauchers verpackt und verschlossen wurden, so dass der Inhalt nicht mehr ohne sichtbare Ă„nderungen der Verpackung manipuliert werden kann.

Festlegungen
„Fertigpackungen im Sinne dieses Gesetzes sind Erzeugnisse in Verpackungen beliebiger Art, die in Abwesenheit des Käufers abgepackt und verschlossen werden, wobei die Menge des darin enthaltenen Erzeugnisses ohne Ă–ffnen oder merkliche Ă„nderung der Verpackung nicht verändert werden kann. “
 – §6, Absatz1 des Eichgesetzes

Gesetzliche Vorschriften regeln Aussehen und Kennzeichnung von Fertigpa- ckungen. Vorgeschriebene Packungsgrößen gibt es nur noch für bestimmte Lebensmittel, die in Anlage 1 der FPV aufgeführt sind (Wein, Bier, Branntwein, Milch, Wasser, Limonaden, Säfte, Zucker, Schokoladen und Kakao). Bei allen anderen Lebensmitteln in Fertigpackung kann der Hersteller eigene Packungs- größen wählen (siehe Abbildung: 375 g). Durch die Pflicht zur Grundpreiskenn- zeichnung (bei jedem Lebensmittel muss der Preis pro Kilogramm oder pro Liter angegeben werden), hat der Kunde jederzeit die Möglichkeit, Preise zu verglei- chen.

Folgende gesetzliche Vorschriften regeln den Verkauf von Fertigpackungen:
• Fertigpackungsverordnung (FPV) [1]
• Richtlinie zur Füllmengenprüfung von Fertigpackungen (RFP)
• Eichgesetz
• Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung

Das Eichrecht regelt die maximal zulässigen Abweichungen von den jeweiligen Nennfüllmengen. Die eichamtlichen Fertigpackungs-Überwachungen sollen sicher- stellen, dass es nicht zu Unterschreitungen der Nennfüllmengen kommt. Die statistischen Auswertungen sollen den Verbraucher davor schützen, dass die Packung weniger enthält als angegeben.
Die Vorschriften sollen am Beispiel einer Mehlpackung von 1000 g dargestellt werden:
 1. Der Mittelwert aller Packungen darf 1000 g (=NennfĂĽllmenge) nicht unter- schreiten
 2. Die zulässige maximale Minusabweichung darf (bei 1000 g) höchstens 15 g (=1,5 %) betragen
3. Die Minusabweichungen dürfen von höchstens 2 % der Fertigpackungen über- schritten werden
4. Keine Packung darf eine größere Minusabweichung als 3 % aufweisen,

sonst liegt jeweils ein VerstoĂź vor.

EWG-Zeichen fĂĽr Fertigpackungen
Das häufig auf Fertigpackungen aufgedruckte kleine „e“ darf aufgedruckt werden, wenn die NennfĂĽllmenge nicht kleiner als 5 Gramm oder Milliliter und nicht größer als 10 Kilogramm oder Liter ist. Wenn neben der gesamten FĂĽllmenge auch das Abtropfgewicht anzugeben ist, so bezieht sich das EWG-Zeichen nur auf die gesamte FĂĽllmenge. Packungen, die dieses Zeichen tragen, werden grundsätzlich nur im jeweiligen Mitgliedstaat der Europäischen Union ĂĽberprĂĽft, in dem sie hergestellt wurden.

Verantwortlichkeit
Durchgesetzt wird die Einhaltung der gesetzlichen Regularieren durch die lokalen Eichbehörden. Diese Eichbehörden fĂĽhren in regelmäßigen Intervallen Stich- proben von Produkten durch. Fallen einzelne Hersteller negativ auf, werden die Kontrollen verschärft. Im schlimmsten Fall kann eine Produktion stillgelegt werden. Im Normalfall regelt „der Markt“ dies jedoch sehr schnell, da Hersteller kein Interesse daran haben, negative Presse zu erhalten.

Je nach Größe und Produktionsmengen von fertig verpackten Produkten können entweder Stichproben aus der laufenden Fertigung genommen und auf einer neben der Produktionslinie installieren nicht-selbsttätigen (statischen) Waage durchgeführt werden oder bei hohem Produktionsvolumen eine dynamische oder selbsttätige Waage wird direkt in die Produktionslinie integriert. Da sich die Fertigverpackungsverordnung als fester Bestandteil der Qualitätssicherung etab- liert hat, bieten viele Waagenhersteller Waagen und Software an, die den Herstel- ler von fertig verpackten Produkten bei den regelmäßigen Prüfungen unterstützen. Durch den Einsatz dieser Systeme können Hersteller dem Endverbraucher jederzeit nachweisen, wie die Qualitätssicherung gearbeitet hat. Es handelt sich um ein, wie im Eichgesetz gefordert, allgemein anerkanntes Verfahren.

Quelle: Wikipedia

 

 

 

 

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