Verpackungslexikon

Sichtverpackung

Unter einer Sichtverpackung – im Handel intern auch als Blister (englisch ÔÇÜBlase, Bl├Ąschen‘) bezeichnet – versteht man eine Produktverpackung, die es dem Kunden bzw. K├Ąufer erlaubt, die verpackte Ware zu sehen.

Aufbau
Das Produkt wird dabei vor einer meist mit Informationen bedruckten Pappr├╝ckwand pr├Ąsentiert und mit einem Kunststofffolienformteil fixiert. Bei manchen Sichtverpackungen besteht auch die R├╝ckwand aus Kunststofffolie, bei Arzneimitteln oft aus einer Aluminiumfolie.

Man unterscheidet zwischen Schwei├čverpackungen, Klemmverpackungen und Heftverpackungen:

  • Bei Schwei├čverpackungen werden Folienvorderseite und Folienr├╝ckwand durch Hitze miteinander verbunden, was gleichzeitig ein Warensiegel darstellt.
  • Bei Klemmverpackungen werden die R├Ąnder des Folienvorderteiles um die Pappr├╝ckwand herumgebogen, indem man den Kunststoff erw├Ąrmt.
  • Bei Heftverpackungen werden Folienvorderteil und Pappr├╝ckwand mittels Heftklammern miteinander verbunden.

Die Formgebung der Blisterkontur geschieht per Thermoformtechnik.

Neben dem umstrittenen Kundennutzen hat die Sichtverpackung f├╝r den Einzelh├Ąndler Vorteile. Sie kann meist auf standardisierte Halterungen aufgeschoben werden (Euroslot), was die Pr├Ąsentation und die Inventur erleichtert. Durch die gro├če Verpackung kleiner Gegenst├Ąnde wird der Ladendiebstahl erschwert.

Nachteilig aus Sicht des Umweltschutzes ist der hohe Verpackungsm├╝ll, besonders bei kleinen Gegenst├Ąnden sowie die schlechtere ├ľkobilanz von Kunststoff gegen├╝ber Karton. Blister sind daher umstritten.

Weitere Nachteile ergeben sich vor allem f├╝r den Kunden: Zubeh├Ârteile k├Ânnen sich in innen liegenden Pappeinlagen verstecken, so dass nur teilweise eine Transparenz gegeben ist. Die Verpackung wird nach dem ersten ├ľffnen meist unbrauchbar, so dass eine Warenr├╝ckgabe erschwert wird. Des Weiteren gestaltet sich das ├ľffnen von vollst├Ąndig aus Kunststoff bestehenden Blisterverpackungen bisweilen ├Ąu├čerst schwierig, da Vorder- und R├╝ckseite in der Regel zusammengeschwei├čt sind und ein sauberes und einfaches ├ľffnen ohne Hilfsmittel sehr schwierig ist. Zudem kann es beim ├ľffnen der Blister an Schnittkanten zu Verletzungen kommen. Nach dem ├ľffnen nehmen die Verpackungsreste vielfach ein gr├Â├čeres Volumen ein als im verpackten Zustand. Dies wirkt sich hinderlich auf die Entsorgung aus. Aufgrund dieser Nachteile vor allem in der Handhabung sind derartige Verpackungen beim Kunden eher unbeliebt.

Laut einer Pressemitteilung vom 3. November 2008 entschied sich Amazon.com, einige Produkte ab sofort in einer alternativen Verpackung anzubieten und Zug um Zug weitere Artikel auf kundenfreundlichere Verpackung umzustellen, um der durch Blisterverpackungen verursachten ÔÇ×Frustration“ des Endkunden entgegenzuwirken.

Tablettenverpackung
Eine weit verbreitete Anwendung von Blistern ist die Verpackung von Tabletten und Kapseln. Eine solche Verpackung wird auch Durchdr├╝ckpackung genannt. Die Deckfolie eines nicht kindergesicherten Durchdr├╝ckstreifens besteht zumeist aus Hartaluminium-Folie und ist 20 Mikrometer dick. Eine Anordnung der Tabletten in einzelnen Vertiefungen der Kunststoff- oder Aluminiumfolie (Kavit├Ąten), die durch die Aluminiumfolie versiegelt wird, hat mehrere Vorteile gegen├╝ber Glas- oder Kunststofffl├Ąschchen. Sie ist hygienischer, unerw├╝nschte Einfl├╝sse wie hohe Luftfeuchtigkeit (je nach Material) oder Schmutz sind ausgeschlossen und sehr wesentlich ist das einfache Erkennen der Restanzahl. Spezielle Blister erlauben eine Abbildung des Einnahmeplans auf der Verpackung. Beispielsweise wird die Verpackung vieler Antibabypillen mit Wochentagen bedruckt. Dadurch ist es nicht nur m├Âglich, die vollzogene Einnahme zu kontrollieren, sondern auch verschiedene Tabletten den Tagen des Menstruationszyklus zuverl├Ąssig zuzuordnen.

Bet├Ąubungsmittel wie Morphinsulfatkapseln oder Oxycodon werden in Blister verpackt, deren Folie nicht durchgedr├╝ckt werden kann, sondern mit relativ starkem Kraftaufwand abgezogen werden muss. Dies dient der Pr├Ąvention der versehentlichen Einnahme bzw. als Kindersicherung.

Die Arzneimittelsicherheit wird durch fehlende Standardisierung der unvollst├Ąndigen Kennzeichen auf den Blistern nur m├Ą├čig unterst├╝tzt. Sobald aus der Umverpackung ein Blister entnommen wird, ist dessen Kennzeichnung nicht mehr vollst├Ąndig erkennbar oder sicher zuzuordnen. Das gilt unabh├Ąngig vom System der Kennzeichnung auf der Sichtverpackung.

Zur Verbesserung der Arzneimittelsicherheit (besser: Therapiesicherheit) wird im Rahmen der Pharmazeutischen Betreuung der sog. Pharmazeutische Blister eingesetzt. Hier kann nahezu die komplette Arzneimitteltherapie gem├Ą├č den Einnahmezeitpunkten individuell verpackt werden, sofern es sich um Tabletten oder Kapseln handelt.

Im Bereich der klinischen Forschung kommen sogenannte elektronische Blister (electronic Blister) zum Einsatz. Dabei werden Strom f├╝hrende Leiterbahnen auf die Abdeckfolie so aufgedruckt, dass die Leiterbahnenz├╝ge ├╝ber die Ausdr├╝ckbereiche einer Tablette im Blister f├╝hren. Dieser ÔÇ×electronic blister“ wird mit einer Elektronik verbunden, die in einem Geh├Ąuse angeordnet ist. Sobald eine Tablette aus dem Blister ausgedr├╝ckt wird, zerrei├čt die Leiterbahn irreversibel. Diese Zustandsver├Ąnderung wird von der Elektronik erkannt und verarbeitet (z. B. Anzeige in einem Display). Diese Erfindung geht auf eine Patentanmeldung aus dem Jahr 1983 zur├╝ck (DE 33 35 301 A). Eine Weiterentwicklung dieses Systems kann man der Offenlegungsschrift DE 10 2004 060 213 A1 entnehmen. Elektronische Blister werden neben dem Einsatz in der Klinischen Forschung auch zur Verbesserung der Compliance eingesetzt.

Quelle: Wikipedia

 

 

 

 

 

 

 

 

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